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Hitzefrei im Odenwald

Der Hitzewelle entflohen und mich spontan für drei Tage im Odenwald entschieden (eine gute Wahl!). Im tropischen Tannenwald übernachtet, Temperatur deutlich über Körperwärme, gerade den obligatorischen Morgenkaffee gekocht und tatsächlich zwei LTE-Balken am Waldrand entdeckt! Gleich neben zwei gemütlichen Stühlen, die ein weitsichtiger Zeitgenosse hier aufgestellt hat: danke!

Jetzt steh ich vor der Frage: weiterwandern oder sitzenbleiben? Ich entscheide mich erst einmal für ein kontemplatives sit in …

Einfach sitzenbleiben

Soweit mein Logenplatz, den ich leider nach drei Stunden räumen muss, weil mich die Mittagssonne einholt 😎 und die Temperatur langsam den Siedepunkt erreicht. Und weiter geht es Richtung Mudau, durch den grünen, staubtrockenen Wald. Und was nächtens zum greifen war: unter Tannen war es bis zur Dämmerung zu warm, im Mischwald mit hohen Laubbäumen hab ich gegen Morgen sogar den Schlafsack leicht über die Schultern gezogen.

Kulturgut Apfel

Das Apfelbaum-Menetekel hab ich letzten Herbst leider live erlebt: Verwahrloste Apfelbäume, wertvolle alte Sorten, aber der Boden kreisrund mit Fallobst bedeckt. Keiner scheint mehr zu mosten, aber hier ist vom Gegenteil die Rede, empfehlenswerte Lektüre über den Odenwälder Apfel als Kulturgut.

Odenwälder Sandstein

Stichwort Kulturgut, die traditionellen Sandsteinhäuser prägten noch in meiner Kindheit das charakteristische Ortsbild. Sandsteinsockel und darüber Fachwerk, meistens um die Jahrhundertwende gebaut, boten sie unter einem Dach Schutz für Mensch und Vieh, Weidehaltung von einem Dutzend Kühe inclusive. Doch als die kleinbäuerliche Landwirtschaft in den Sechzigern verschwand, wurden die meisten Häuser abgerissen, neu eingekleidet oder umgebaut. Neubaugebiete, wie sie überall entstanden, taten ein Übriges, der Rest ist Geschichte.

Ein unvergessliches Highlight war, nach längerer Wanderung, die Erfrischung an diesem Brunnen. Eiskaltes Wasser, Hände und Arme eingetaucht, das Gesicht gewaschen und ein paar Schlucke getrunken: unvergesslich! Toppt jede eisgekühlte Dose Red Bull!

Bäuerliche Frömmigkeit

Ein paar Kilometer weiter zog es mich zu einem vergessenen Steg abseits des Weges. Als ich näher kam, entdeckte ich diesen kleinen Altar. Mitten im Wald, an einer alten Brücke, ein Ausdruck bäuerlicher Frömmigkeit, so wie diese Blume am Kruzifix an einer Weggabelung, oder der alten Marienstatue am Ortseingang.

Errichtet 1756, just in dem Jahr, als Friedrich II., preussischer König, mit dem Kartoffelbefehl den Kartoffelanbau in Pommern und Schlesien anordnete – und Johann Christoph Voigtländer das Unternehmen Voigtländer zur Herstellung optischer Instrumente gründete, dessen erstklassige Objektive mich bis heute begleiten (25mm, 0,95f – ein Traum)!

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