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Die Farbe ROT

Kleine Farbenlehre

Die Seite ergänzt die laufende Ermittlung #009 zur Roten Woche. Zur Erinnerung: 1827 entdeckte der englische Physiker Thomas Young, dass sich durch die Mischung der Spektralfarben Rot, Grün und Blauviolett (RGB) die Sekundärfarben Orange, Grün und Violett mischen lassen – und sich so der Eindruck aller anderen Farben erzeugen lässt.

RGB (Lichtfarben) bilden die farblichen Grundfarben des TV, der Bildschirme und Fotolabore, der Drucker und Digitalkameras. Geht man dagegen von flüssigen Malerfarben aus, landet man beim harmonischen Farbkreis, dem CMY -Modell (Cyan, Magenta und Yellow): „In seinem Inneren besteht der Farbkreis aus den drei Primärfarben Gelb, Rot (oder Magenta) und Blau (oder Cyan). Primärfarben (oder Grundfarben) heißen sie, weil sie nicht durch andere Farben angemischt werden können.“ Und dann gibts noch das CMYK-Modell der Grafiker (Körperfarben), bei denen noch die Farbe Schwarz vorkommt

Die 11 Farbmischgesetze sind ein guter Einstieg in die Physik, wo sich Farbe zudem in Hell-Dunkel-Kontraste, Farbsättigung, Farbverläufe, diverse Farbharmonien, die Triaden der Grundfarben und den Komplementärkontrast und und und ausdifferenziert..

Für die psychologische/physiologische Wirkung von Farben stehen die Farbkreise von Goethe, von Hering, von Itten und andere. Die einen bezeichnen Rot, Grün und Blau als Grundfarben, andere Rot, Gelb und Blau (von Itten). Nicht nur auf den ersten Blick verwirrend, aber in ihrer inhärenten Logik durchaus stimmig.

Zwölfteiliger Farbkreis nach Johannes Itten (1961)

Kalte und warme Farben

Generell lassen sich Farben in zwei Kategorien unterteilen: warme und kalte Farben. Warm sind beispielsweise Gelb, Rot und Orange, kalte Farben sind Blau, Grün und Violett. Warme Farben wirken einladend, freundlich und anregend, kalte Farben eher beruhigend.

Komplementärfarben

Komplementärfarben stehen sich im Farbkreis direkt gegenüber, wie beispielsweise Gelb und Blau, bzw. Rot und Grün. Die Kombinationen Grünblau/Orange, Blau/Orange, Violett/Gelb und Blau/Gelb wirken am harmonischsten und sorgen in einem Bild für Kontrast, Lebendigkeit und Intensität. Auf dem Papier – aber wie sieht unsere Kamera und ihr Sensor Farben, insbesondere die Farbe Rot?

Der Sensor und die Farbe Rot

„Viele der heutzutage in Digitalkameras verwendeten Bildsensoren arbeiten mit einem sogenannten Bayer-Filter. Diese Filter ähneln einem Mosaik, das dafür sorgt, dass das Licht nach den Grundfarben Rot, Grün und Blau sortiert auf die einzelnen Pixel trifft. Prinzipell ist so ein Sensor nämlich Farbenblind. Der Bayer-Filter sorgt aber dafür, dass nur bestimmte Pixel überhaupt angesprochen werden, wenn z.B. bei rotes Licht auf den Sensor trifft. Der Rest wird errechnet und alle anderen Farben nach dem bekannten RGB-Prinzip gemischt.

Von den grünen Pixeln gibt es übrigens doppelt so viele wie von den roten und den blauen. Das hat wiederum mit der Beschaffenheit des menschlichen Auges zu tun. Gerade einmal ein Viertel der auf einem Sensor zu Verfügung stehenden Pixel sind für Rot zuständig. Und auf diesem Vierten sollen alle Teile des Lichts zwischen 600 und 700nm Wellenlänge Platz finden. Zum Vergleich: Auf den blauen Pixeln tummeln sich nur die Wellenlängen zwischen 440 und 480nm. Diese Werte sind zwar nur von mir geschätzt, aber es bleibt der Fakt, dass es auf den roten Pixeln deutlich enger zugeht als auf den blauen. Das grüne Licht verteilt sich sowieso auf viel mehr Pixel und alle anderen Farben werden gemischt, verteilen sich also auch auf mehr Pixel …

Was hilft? Abblenden!

Was beim Fotografieren hilft ist Abblenden. Oder etwas allgemeiner formuliert: Unterbelichten. Der negative Effekt entsteht, weil der Rotkanal überbelichtet und genau da muss man gegensteuern um die Details im Bild zu erhalten. Leider bringt gezieltes Unterbelichten bei rotem Licht auch alle Nachteile mit sich, die man erwarten kann. Oft werden die Bilder dadurch schlicht zu dunkel und man verliert dadurch wieder Details und Bildqualität. Aber zumindest sehr helles, rotes Licht wird beherrschbar wenn man entsprechend anders belichtet.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich bei einem Wechsel auf rotes Licht während einem Konzert die Belichtungszeit oft halbiere, obwohl sich der subjektive Helligkeitseindruck gar nicht verändert hat. (Quelle: Warum der Rotkanal ein … ist).

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Farbkontraste nach Johannes Itten

Paletton, ein weiterer Online-Service

Colormind analysiert auch Bilder

Kombinationen und Kontraste

Zitat von der Webseite Europas größtem Fotoverbund, Ringfoto: „Je nachdem, welche Farben miteinander kombiniert werden, kann von einem anderen Farbkontrast gesprochen werden. Für alle gilt verallgemeinerbar, dass je höher der Kontrast, also je größer der Unterschied zwischen den Farben ausfällt, desto stärker wird die dominantere Farbe in ihrer Wirkung unterstützt. Diese Farbe kann also ganz leicht zu einem Eyecatcher werden, also dem Bildbereich, der den Blick des Betrachters sofort anzieht.

Der Farbe-an-sich-Kontrast:

Möglichst unterschiedliche Farbtöne treffen aufeinander. Nur auf bunte Farben bezogen sind das Farbtöne, die im Farbkreis eine größtmögliche Entfernung zueinander aufweisen, z.B. komplementäre Farbenpaare (Rot-Grün) oder Farbdreiklang (Blau-Gelb- Rot). In der Kombination bunt-unbunt findet diese Kontrastform ihr Ex trem im Aufeinandertreffen einer Farbe mit Schwarz und/oder Weiß (Gelb-Schwarz).

Der Komplementärkontrast:

eine Sonderform des Farbe-an-sich-Kontrasts, der sich ausschließlich auf Kombinationen von Farben bezieht, die sich im Farbkreis gegenüber liegen, wie auf Rot und Grün, Orange und Blau sowie Gelb und Violett.

Der Warm-kalt-Kontrast:

ebenfalls eine Form des Farbe-an-sich-Kontrasts, der Farben aus der warmen Farbpalette neben kalte Farben stellt. Die Wirkung ist sehr unmittelbar, da wir uns dem subjektiven Warm-kalt-Empfinden kaum entziehen können. Bei einer solchen Kombination entsteht also sofort ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz, Wärme und Kälte, Intimität und Abstand.

Der Hell-dunkel-Kontrast:

Werden Farben unterschiedlicher Helligkeit kombiniert, entsteht Räumlichkeit im Bild. Helleres wirkt entfernter als Dunkleres. Gleichzeitig wird der Blick unmittelbar von den hellsten Stellen im Bild angezogen, weshalb sich dort nach Möglichkeit auch das bildwichtigste Element befinden sollte.

Der Qualitätskontrast:

Der über die Sättigung der Farben entstehende Qualitäts-Kontrast stellt leuchtende, reine, mit entsättigten, stumpfen Farben zusammen, was die Leuchtkraft der satten Farbe verstärkt. Stammen beide Farben aus derselben Farbfamilie ist die Wirkung ruhiger als beispielsweise bei komplementären Kombinationen.

Farbkontraste sind grundsätzlich dazu in der Lage, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Bild an sich und dann wiederum auch auf bestimmte Bildbereiche zu lenken. Doch auch der Umkehrschluss gilt: Je weniger Farbkontraste Sie in einem Bild integrieren, desto ruhiger, harmonischer und homogener wird das Gesamtergebnis wirken.

Die Farbkontraste nach Johannes Itten und ergänzend dazu gleich mal die praktische Farbenlehre in der Fotografie

Und zwischendurch ein paar leckere Erdbeeren, frisch gepflücktes BauernRot aus Dossenheim: Guten Appetit!

Der darf natürlich nicht fehlen (E-Type in rot, 25. Heidelberger Historic)

Schnappschuss am Rande der 25. Heidelberg Historic

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